Aufgaben Eco's Aussagen in Verbindung mit Webkommunikation

eva-maria.schober.uni-linz, 30. Juni 2014, 14:20

 

Umberto Eco – natürlich war mir dieser Name bereits vor Behandlung des Themas Semiotik in der Vorlesung Webkommunikation ein Begriff. Jedoch muss ich zugeben, dass ich mich bis dahin noch nicht näher mit seinen Aussagen oder Werken auseinander gesetzt habe. Dennoch war es sehr interessant seine Ansichten zu den verschiedensten Themen wahrzunehmen und sie in Bezug zur Webkommunikation zu setzen.

Der bekannte Theoretiker wurde 1932 in Alessandria (Italien) geboren und wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert. Seit der Veröffentlichung des Romans und gleichnamigen Kinofilms „Der Name der Rose“, zählt Umberto Eco zu den meistgelesenen Romanautoren der Gegenwart. Zu seinen bekanntesten Werken zählen neben „Der Name der Rose“, auch „Das Foucaultsche Pendel“, „Die Insel des vorigen Tages“, „Baudolino“ oder „Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana“. [Q1]

Nachstehend habe ich ein paar interessante Aussagen aus seinem Interview mit Bischofberger [Q2] ausgewählt und Parallelen mit Inhalten aus der Vorlesung Webkommunikation herausgearbeitet.

 


"Als Wissenschaftler kann ich mich natürlich nicht von der Unendlichkeit des Internets blenden lassen, sondern muss jede einzelne Seite prüfen und schauen ob sie die Wahrheit enthält oder nicht. Aus der Liste greif ich also einzelne Seiten heraus." 16:55 – 17:11

Diese Aussage verbinde ich vor allem mit der Ausarbeitung zum Thema „partizipativer Journalismus“. Durch die Verbreitung des Internets und die dadurch sehr einfache Beteiligung der Leser, fehlt es häufig an qualitativ hochwertigen und teilweise auch wahrheitsgetreuen Nachrichten. Daher gilt es immer besonders darauf zu achten, ob eine Quelle zuverlässig ist oder nicht. [Q3] Vor allem durch die teils vorherrschende Anonymität, werden häufig unwahre Aussagen im Web getätigt.
Doch auch das Thema „die Krise der Tageszeitungen“ steht meiner Meinung nach in Verbindung mit dieser Behauptung. Durch die Verbreitung des Internets und die damit verbundene Vielzahl an Websites die über aktuelle Ereignisse informieren, rücken Tageszeitungen immer mehr in den Hintergrund und stecken in einer großen Krise. Neben Twitter, Facebook und zahlreichen Blogs existieren auch noch jede Menge weitere Plattformen die Leser immer häufiger den klassischen Tageszeitungen vorziehen. [Q4] Auf Qualitätsjournalismus wird kaum mehr Wert gelegt und so wird vielmals im Web weder die Quelle geprüft, noch darauf geachtet, ob der konsumierte Inhalt auch tatsächlich der Wahrheit entsprechen kann.

 


Auf die Frage, ob es eine ursprüngliche Sprache gab oder mehrere Sprachen antwortet Eco wie folgt:
"[…] wohlwissend, dass ich ein Buch über die Suche nach der vollkommenen Sprache geschrieben habe. Darin zeige ich auf, dass die perfekte Sprache eine Utopie ist. […] Anscheinend ist es so, wenn es zwei Menschen auf eine abgelegene Insel verschlägt, erfinden sie eine andere Sprache. […] Für den Menschen ist es wichtig eine Sprache zu schaffen, die der eigenen Gruppe und Umgebung entspricht." 35:30 – 37:00

Zum einen erinnert mich diese Aussage an das Thema „Semiotik“, zum anderen auch an die Aufgabenstellung zum „Code der Jugendlichen“.
Thema "Semiotik": Vor allem die besprochenen Geheimcodes (monoalphabethische Substitution) die verwendet werden, um innerhalb einer konkreten Gruppe miteinander zu kommunizieren, können mit dieser Behauptung in Beziehung gesetzt werden. Doch auch generell Codes, Symbole, Icons, etc. werden dafür verwendet, um etwas Bestimmtes auszusagen/mitzuteilen. [Q5] Im Hinblick auf die Kommunikation über WhatsApp, Facebook und Co nimmt der Gebrauch von Smileys und Emoticons immer mehr zu und ermöglicht so, Inhalte hervorzuheben oder Ironie auszudrücken. Teilweise bestehen ganze Nachrichten nur aus Smileys [Q6] oder es werden Abkürzungen (bspw. lol) verwendet, um die Kommunikation zu erleichtern.
Thema "Code der Jugendlichen": Neben Kleidung, Statussymbolen, Körperkult, bevorzugte Musikrichtungen uvm., spielt vor allem die Sprache bei Jugendlichen eine enorme Rolle. Die Jugendsprache dient zur Identifikation und Kommunikation innerhalb der Gruppe und kann somit auch gut mit Eco's Aussage in Verbindung gesetzt werden. Dabei ist es Jugendlichen vor allem wichtig, sich von der Erwachsenenwelt und der damit verbundenen Standardsprache abzugrenzen. [Q7]

Zu dem Thema "Code der Jugendlichen" passt meiner Meinung auch noch sehr gut eine Aussage von Umberto Eco zu Beginn des Interviews: "Man stellt Regeln auf, ohne darauf zu pochen sie seien absolut. Trotzdem hält man sich an diese Regel." 2:38 – 2:47

Denn vor allem in den Jugendjahren werden häufig Gruppierungen vorgenommen, die sich durch bestimmte Merkmale/Eigenschaften auszeichnen und worin unterschiedliche Regeln festgelegt werden, woran sich die Jugendlichen auch halten. Denn das Tragen von bestimmten Kleidungsstücken, das Hören einer ausgewählten Musikrichtung oder auch bestimmte Begrüßungsrituale sind Regeln, die nicht absolut sind und trotzdem halten sich Jugendliche innerhalb der Gruppe daran, um ein Teil dieser zu sein und auch zu bleiben.

 


"Für mich sind alle Propheten Narren. Wir wissen nie was morgen passiert und sie tun als wüssten sie es. Manchmal scheint es als hätten sie recht, denn sie geben so viele Prophezeiungen zum Besten, dass eine oder zwei auch eintreten." 57:05 – 57:20

Besonders passend finde ich hierzu das Video „Google Epic 2015“, welches wir uns im Zuge der Vorlesung „Das Ende der Tageszeitungen?“ ansahen. Während zwar manche Voraussagen wie etwa der Zusammenschluss von Amazon und Google zu „Googlezon“ ausblieb, kam es zu anderen beachtlichen Unternehmensübernahmen, [Q8] wie etwa dem Kauf von WhatsApp durch Facebook oder von Nest durch Google. Sehr eindrucksvoll, wie bereits vor einigen Jahren die zukünftige Entwicklung des Webs vorausgesagt wurde und wie realitätsnah so manche Annahmen waren. Auch wenn wir nicht wissen was morgen passiert, so werden immer wieder Vermutungen angestellt und manche davon werden auch tatsächlich in die Realität umgesetzt.
Ebenso kann in diesem Zusammenhang auch das Thema „Die große Zukunft des Buches“ herangezogen werden. [Q9] Vor allem am US-Amerikanischen Markt verdrängen eBooks die Printbücher immer mehr und insbesondere im Hinblick auf eReader kann man nie genau vorhersehen, was die nächste geniale Weiterentwicklung hierzu ist - verbesserte Beleuchtung und Displays, staubdicht und wasserfest, … Dieses Thema behandelten wir auch in unserer Präsentation – eBooks, Online Bücher, Lesen Online. [Q10]

 

Quellen:


[Q1] Vgl. http://www.umberto-eco.de/umberto-eco/umberto-eco.html
(Stand: 18.6.2014)
[Q2] Vgl. https://collabor.idv.edu/webkomm14s/stories/48732/
[Q3] Vgl. https://collabor.idv.edu/schobereva/stories/49010/
[Q4] Vgl. https://collabor.idv.edu/schobereva/stories/49368/
[Q5] Vgl. https://collabor.idv.edu/webkomm14s/stories/48587/
[Q6] Vgl. http://derstandard.at/2000001547415/Messenger-Sticker-sagen-mehr-als-1000-Worte
[Q7] Vgl. https://collabor.idv.edu/schobereva/stories/48986/
[Q8] Vgl. https://collabor.idv.edu/webkomm14s/stories/48510/
[Q9] Vgl. https://collabor.idv.edu/webkomm14s/stories/48893/
[Q10] Vgl. https://collabor.idv.edu/Hettich/stories/49274/
 

1 comment :: Kommentieren

"Man stellt Regeln auf, ohne darauf zu pochen sie seien absolut. Trotzdem hält man sich an diese Regel."

daniela.hinterleitner.uni-linz, 10. Juli 2014, 10:35

Mir gefällt der Zusammenhang zum Code der Jugendlichen sehr gut, denn genau wie du erwähnt hast, gibt es in der Jugenkultur gewissen "ungeschriebene Regeln". Dies fängt an, bei der Begrüßung beim Fortgehen mit Küsschen links und Küsschen rechts unter gewissen Gruppen und geht aber auch weiter bis zu Standards was Kleidung und Verhalten betrifft.

Bewegt man sich als Jugendlicher außerhalb dieser Norm, kann es sein, dass man auf seiner Gruppe ausgeschlossen wird.

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