Dienstag, 10. Juli 2012
Urheberrecht ? Fluch und Segen zugleich

 

Ich habe vor kurzer Zeit zwei sehr interessante Artikel bezüglich des geistigen Eigentums bzw. des Urheberechts gelesen. Diese Artikel vertreten jeweils einen sehr konträren Standpunkt, wobei beide sehr gute und vernünftige Punkte bieten.

Während die eine Seite bestehend aus Verlagen, Filmwirtschaft und der Musikindustrie die vehemente Durchsetzung des Urheberrechtsgesetztes einfordert bzw.  dessen Straffung forciert, gehen viele Bürger, aber auch Künstler, einen anderen Weg.


Wer fordert was?

Die Befürworter eines stärkeren Urheberrechtsgesetztes sehen vor allem den finanziellen Schaden den z.B. Filesharer (Austausch von Dateien über das Internet bzw. über meist illegale Onlineportale) verursachen. Dieser liegt laut Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) bei Songschreibern, Künstlern, der Musikindustrie und dem Steuerzahler in einer dreistelliger Millionenhöhe. Um dieser Piraterie entgegen zu wirken wird eine Strategie der Aufklärung, Abschreckung und Abmahnung verfolgt sowie eine international strafrechtliche Zusammenarbeit der Polizei befürwortet (vgl. faz.net)

Bei dieser Debatte ist vor allem der Datenschutz sowie die Privatsphäre der einzelnen User gefährdet und somit oft das Zünglein an der Waage. So sind zum Beispiel unter den 10 wichtigsten Punkten einer fairen Urheberrechtsreform der Piratenpartei:

·         Rechte der Urheber wahren, freier Zugang zu Bildung und Kultur

·         Mehr Rechte der Urhheber gegenüber der Rechteinhaber stärken

·         Neue Geschäftsmodelle auf Basis freier Lizenzen

·         Besserer Archivierung von Werken

·         Recht auf Privatkopien

·         Mitspracherechte für Urheber gegenüber Rechteverwertern

·         Neue Rechtslage für Filesharer

·         Neue Geschäftsmodelle – siehe Crowdfunding

·         Keine Urheberrechtsverletzung durch Privatpersonen

·         Moderneres Urheberrecht

Diese Punkte sind nur ein Auszug und nicht vollständig abgebildet. Dennoch spiegeln sie bereits gut wieder in welche Richtung eine neue Regelung gehen könnte. Die komplette Liste findet man hier.


Der Sharer ist die Zukunft

Wir müssen mehr Dinge teilen. Janosch Schobin schreibt in seinem FAZ Kommentar ebenfalls über das Urheberrecht, die Ressourcen des Planeten Erde sowie die Share-Economy.

Seiner Meinung nach ist der sogenannte Sharer (der Teiler einer Datei, meist illegal bzw. gegen das Urheberrecht) im Recht, und zwar im Recht im Sinne des Weltgeistes. Er kritisiert, dass sich vor allem die kreative Klasse, welche sich um Ihr Eigentum sorgt und dieses nicht mehr als allgemeines Kulturgut ansieht.

Er geht auch noch einen Schritt weiter. Für ihn ist der Urheber der erste Sharer. Er erhebt für sein Produkt oder seine Leistung einen Preis. Derjenige der diesen Zahlt und das Produkt somit erwirbt, kann dieses wiederum teilen und einen eigenen Preis verlangen. Sollte er etwas daran verdienen so soll ein gewisser Betrag an den Urheber gehen. Ein für mich faires Prinzip.

Aktuell sehr erfolgreiche Plattformen wie zum Beispiel Youtube sind ihm ein Dorn im Auge. Sie profitieren fast ausschließlich alleine von der Lust am Teilen der einzelnen User. Sharer und Urheber sehen von den Werbeeinnahmen meist nichts (vgl. taz.de)

Meiner Meinung nach hatte Acta auch etwas Gutes. Die Debatte wurde in die Öffentlichkeit getragen und wird auch in Zukunft intensiver verfolgt werden. Mit politischen Parteien wie den Piraten hält die Diskussion auch Einzug in den politischen Alltag und wird für viel Diskussionen, Möglichkeiten und vielleicht einem Sytstem wie es Herr Schobin beschreibt führen.

 

Quellen:

http://www.taz.de/!93038/

http://raderpiraten.wordpress.com/2012/05/21/die-zehn-wichtigsten-punkte-einer-urheberrechtsreform/

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/urheberrecht/wer-fordert-was-positionen-der-zentralen-akteure-11759346.html




Spotify ? Ein Cloud-Computing-Dienst

 

Spotify ist ein Dienst der es einem ermöglicht millionen Musiktitel zu jedem beliebigen Zeitpunkt und an nahezu jedem beliebigem Ort abzurufen. Im Unterschied zu anderen Anbietern dieser Technologie wie zum Beispiel Apple, bietet Spotify einen Gratiszugang sowie Premiumzugänge für User die mehr Angebote wollen. Trotz des Gratiszugangs schafft es der dienst aber durch geschickten Einsatz von Werbung, die hohe anzahl an Musiktiteln gratis zur Verfügung zu stellen. Welche Vorteile die Premiumaccounts haben folgt weiter unten in meinem Beitrag.

 

Streaming-Technologie

Ein Dienst wie Spotify würde nicht funktionieren, wenn wir im Web nicht über die sogenannte Streaming-Technologie verfügen würden. Anders als wie bei herkömmlichen Downloads, werden die Daten vor der Wiedergabe zunächst auf einem anderen Rechner bzw. Server übertragen. Von dieser zentralen Stelle werden die Daten an alle Rechner und andere Endgeräte übertragen die sie anfordern. Unter Streaming Audio bzw. Streaming Media versteht man also das gleichzeitige Senden und Empfangen von Dateien.

Spricht man von Streaming muss man zwischen Live- und On-Demand-Streaming grundsätzlich unterscheiden. Während beim Live-Streaming die Daten tatsächlich live bzw. mit nur kleiner Verzögerung gesendet und empfangen werden, liegen beim On-Demand-Streaming die Daten bereits auf dem angesprochenen Server zum Abruf bereit.  Um die großen Rohdaten, von zum Beispiel HD-Videos, überhaupt senden zu können, müssen sie Encodiert werden. Beim Encodieren werden die Daten vor der Übertragung komprimiert und darüber hinaus Steuerungsinformationen beigefügt die für eine kontinuierliche Kommunikation zwischen de mServer und dem Rechner sorgen. Für die Wiedergabe der Datei wird eine passende Abspielsoftware benötigt.

Die wichtigsten Software-Produkte im Streamingbereich stammen von Real Networks, Microsoft und Apple. Alle angeführten Unternehmen bieten sowohl die Server-Software zum Encodieren sowie die Client-Software zur Wiedergabe der Dateien.

 

Was kann nun Spotify

Spotify ist nicht nur eine große Musikdatenbank von der die Nutzer Musik Downloaden oder einfach streamen können. Das besondere an diesem Dienst in der Cloud ist die Verfügbarkeit. Egal ob zu Hause am lokalen Rechner, am Laptop eines Freundes, am Handy oder auf dem eigenen MP3-Player bzw. IPod. Mit dem eigenen Spotify Account hat man immer und überall Zugriff auf die große Musikdatenbank sowie die eigenen Playlists, Radiosender und der gekauften Musik.

 

Die Spotify Accounts

Gratiszugang: Mit dem Gratiszugang ist es dem Nutzer möglich alle Musiktitel auf einem Rechner (mit Internet ) wiederzugeben bzw. zu streamen. Auch bereits gekaufte und auf der Festplatte abgespeicherte Musiktitel können organisiert und abgespielt werden. Auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets ist es aber nur möglich gekaufte Titel abzuspielen. Außerdem ist der Zugriff auf den Account aus dem Ausland nur 14 Tage möglich.

 

Spotify Unlimited: Mit dem Unlimited-Account von Spotify verfügt man über die selben Funktionen wie beim Gratiszugang nur ohne jegliche Werbeeinschaltungen. Darüber hinaus kann man den Dienst auch unlimitiert im Ausland nutzen. Als kleine Zugabe ist es den Unlimited-Usern auch möglich die Spotify Radiokanäle zu nutzen.  Der Zugang kostet 4,99€ im Monat.

 

Spotify Premium: Für 9,99€ im Monat hat man den vollen Zugang zu den Funktionen von Spotify. Diese Zugangsform erlaubt es die Spotify Musikdatenbank auch im Offline-Modus bzw. auf dem mobilen Endgerät wiederzugeben. Sämtliche Musikdateien werden in einer noch besseren Qualität zu Verfügung gestellt und können auch über mehrere Räume wiedergegeben werden. Dies ist mit den anderen Accounts nicht möglich da man sich nur jeweils an einem Gerät mit seinem Account anmelden kann.

 

Mehr als nur Musik

Spotify ist vielmehr als nur eine Musikdatenbank. Ein wesentlicher Faktor des Dienstes ist die Möglichkeit seine Lieblingsmusik zu Teilen, in Listen einzuteilen und diese den anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen.

Ein kurzer Überblick der Funktionen:

·         Musik suchen: Neben Musiktiteln findet Spotify auch Alben, Interpreten und auch Playlists mit dem angeführten Suchbegriff

·         Top-Listen: Jeder einzelne Titel kann einzeln bewertet und somit zu einer Bestenliste hinzugefügt werden. So werden beim Aufruf eines Interpreten immer die beliebtesten titel sofort angezeigt.

·         Offline-Modus: Mit dem Premium-Account ist es möglich die Vielfalt von Spotify auch ohne eine Internetverbindung zu genießen.

·         Bibliothek: Spotify verfügt über eine intelligent aufgebaute Musikbibliothek für bereits gekaufte Musiktitel.

·         Biographien: Wenn man mehr über den gerade gefundenen Künstler erfahren will sind die bereitgestellten Biographien eine gute Möglichkeit.

·         Künstlerradio: Das Künstlerradio ist eine gute Möglichkeit um neue Künstler einer Msuikrichtung kennen zu lernen. Der Radio-Stream sucht nach titeln die eine Ähnlichkeit mit denen der Topkünstler aufweisen.

·         Ähnliche Künstler: Eine weiter Möglichkeit um neue Künstler zu finden sind die Empfehlungen bzw. ähnlichen Künstler. Sobald man einen Künstler auswählt schlägt einem Spotify sofort eine geraume Anzahl an weiteren Künstlern vor die eine ähnlichen Musikstil aufweisen.

·         Facebook und Musik teilen:Spotify bietet die Möglkichkeit sich mit seinem Facebook-Account anzumelden. Dadurch sieht man was seine Facebook Freunde, insofern sie auch Spotify benutzen, hören und welche Playlists, Radios und Kanäle ihnen am besten gefallen. Ausserdem kann man auch selbst jederzeit seine Lieblingsmusiktitel und Playlists auf seiner Facebook Pinnwand teilen.

 

Insgesamt ist Spotify ein für mich sehr genialer Dienst den man unbedingt einmal ausprobieren sollte. Bereits mit dem Gratiszuang hat man Zugriff auf viele Musiktitel und entdeckt durch das ausgeklügelte Such- und Vorschlagsystem immer wieder neue Titel und Interpreten.

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Streaming_Media

http://www.spotify.com/at/




Montag, 9. Juli 2012
Sieben Typen des Mobile Social Commerce

 

Social Commerce gewinnt wie im Referat von meiner Kollegin Tanja Braun bereits beschrieben an immer größerer Bedeutung. Vor allem im Handel wird dieser Aspekt in Zukunft eine wesentliche Rolle im Werbe- und Marketingkonzept, aber auch in der Budgetkalkulation spielen. Wie eine Studie der Become Europe GmbH aufzeigt, gibt es bereits eine Entwicklungstendenz in diese Richtung. Die Studie befragte im Mai 2012 ca. 1000 Händler in Europa zum Thema Social Commerce. Eines der zentralen Ergebnisse war, dass fast 90 Prozent der Händler bisher lediglich 10 Prozent ihres gesamten Marketing-Budgets für Social Commerce Maßnahmen ausgeben. Grund dafür ist der fehlende Glaube an Erfolg, aber auch die fehlenden Tools zur Erfolgsmessung von Social Commerce.  Dennoch betreiben immer mehr Händler Social Commerce:

 

  • 89 Prozent der Händler betreiben eine eigene Facebook Fan Page
  • 8 Prozent haben einen Twitter Account
  • 38 Prozent machen Werbung auf Social Media Plattformen

 

Sie wollen dadurch vor allem Neukunden gewinnen, einen Brandingeffekt erzielen oder positiv auf die Kundebindung einwirken (vgl. Pressebox.de/Become Europe)

Das ein solches Konzept funktionieren kann und man mit einer einzelnen Social Medie bzw. Social Commerce Kampagne alle drei angesprochenen Ziele erreichen kann zeigt eine faszinierende Kampagne aus Südkorea.

 

 

Schattenspiele

In Südkorea stand eine Einkaufskette vor folgenden Problem: Zur Mittagszeit ging der Umsatz kontinuierlich in die Tiefe. Um diesem Trend entgegen zu wirken entwickelte man eine bis dato einzigartige Kampagne.

Durch Werbetafeln welche mit einem speziellen QR-Code versehen sind konnte man an den sogenannten „Sonny Sale“ teilnehmen. Der Clou bei der Aktion ist, dass der QR-Code nur funktioniert, wenn die Sonne in einem bestimmten Winkel auf die Tafel auftrifft. Zur Mittagszeit ergeben die so entstehenden Schatten den QR-Code um billiger einkaufen zu können.

 

 

Neben begeisterten Kunden, einem riesigen viralen Medienecho und weiterer Ausdehnung der Kampagne von 13 Auf 36 Standorte, sind auch die wirtschaftlichen Ergebnisse erstaunlich. Neben 25% mehr Umsatz in der Mittagszeit, konnten auch 58% mehr Kundenmitgliedschaften innerhalb eines Monats erzielt werden (vgl. Handelskraft.de).

 


Die sieben Typen des Mobile Social Commerce

Kampagnen im Social Web können sehr vielfältig gestaltet werden. Durch immer neuerer Technologien bzw. Anwendungsfelder steigen auch die Einsatzmöglichkeiten. Die meisten Kampagnen lassen sich einem, oder mehreren der folgenden sieben Typen des Mobile Social Commerce einordnen:

 

Reviews: Eine der ältesten und einfachsten Methoden ist der Review bzw. der Kommentar oder die Bewertung. Sowohl Online als auch offline können Bewertungen und Rieviews stark zur Reputation eines Unternehmens beitragen. Durch mobile Apps oder sites wie Yelp oder TripAdvisor ist es mobile so einfach wie nie zuvor seine Reviews sofort zu erstellen und mit der Welt zu teilen

Check-ins: Die wohl bekannteste Check-in Plattform ist Foursquare. Durch einen Klick bzw. einen Check-in gibt man bekannt wo man sich gerade befindet bzw. was man gerade tut. Darüber hinaus kann man auch hier sofort Bewertungen abgeben und so Referenzen für oder gegen ein Unternehmen erstellen. Mit vielen Aktionen, Rabatten oder anderen Ereignissen versuchen viele Unternehmen ihre Kunden zu Check-ins zu bewegen und so mehr Aufmerksamkeit im Social Web zu generieren.

Wie man einen solchen Check-in kreativ verwenden kann zeigt zum Beispiel die Plakatkampagne des Hundefutterherstellers GranataPet. Die Idee war es die Zielgruppe für Hundefutter dort zu erreichen wo sie sich mit ihren Hunden aufhält – Beim Gassigehen mit dem Hund. Mit der Kampagne „Check in! Snach out!“ gelang ihnen genau das. Jedes Plakat hat einen integrierten Futterspender und gibt jedem Hundebesitzer eine kostenlose Probe, aber nur wenn sich dieser via Foursquare eincheckt (vgl. poster2web.wordpress.com)


 

Daily Deals: Daily Deals gibt es sowohl on- als auch offline. Durch Apps oder auf Websites erfährt man von speziellen Angeboten oder Rabatten die nur an einer gewissen Stelle oder zu einem bestimmten Zeitpunkt gültig sind.

Q&A: Da sich fragen oft unterwegs oder bei der Verwendung eines Produkts ergeben, haben sich online Fragen und Antwort Services bereits bei vielen Unternehmen bezahlt gemacht.

Style Feedback - Shopping Feedback: Mit Apps wie „Go Try It On“ ist es sehr einfach gewisse Kleidungsstile oder auch Geschäfte bewerten zu lassen. Ein selbst geschossenes Foto kann von allen Usern bewertet und weiter geteilt werden. So ergibt sich sowohl für das Unternehmen, den Kleiderhersteller oder auch die User eine gute Feedbackmöglichkeit.

Kollektionen: Egal ob Fotoserien, Comics oder Videos. Es war noch nie so einfach Galerien zu erstellen, zu verlinken und mit anderen zu teilen (vgl. marketersstudio.com)

 

 

Diese sieben Typen sind nur der Anfang und mit nicht vollständig. Dennoch zeigen sich bereits einige Möglichkeiten des Einsatzes von Mobile Social Commerce Strategien auf.

 

 

Quellen:

 

http://www.pressebox.de/pressemeldungen/become-europe-gmbh-karlsruhe/boxid/520452

Informationen zur Studie:
Befragte Händler: 1000
Stichprobenumfang/Anzahl der Teilnehmer = 107
Zeitraum der Befragung: 03.05.2012 – 25.05.2012 (22 Tage)
Branchenschwerpunkte der Händler: (Mehrfachnennung möglich)
Baby Products 9,2%
Books, Music, Video & DVD 1,1%
Cars & Motorbikes 5,7%
Communication & Mobile Phones 4,6%
Computer Hardware, Software, Video Games & Consoles 10,3%
Consumer Electronics & White Goods 12,6%
Fashion & Accessoires 26,4%
Health & Beauty 17,2%
Home & Garden 39,1%
Office & School 11,5%
Sport & Leisure 10,3%
Toys & Games 9,2%
Travel 2,3%

 

http://www.handelskraft.de/e-commerce/uncategorized/mobile-commerce-2/

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=9c9vk_B54Sk

http://poster2web.wordpress.com/2012/03/16/hundefutter-nur-nach-checkin/

http://www.marketersstudio.com/2011/08/the-seven-types-of-mobile-social-commerce.html

 

http://www.youtube.com/watch?v=t8dmjoqOOQo&feature=player_embedded

 

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=9c9vk_B54Sk




Montag, 14. Mai 2012
Mediennutzung - damals und heute

Mein Referat beschäftigt sich mit dem Thema mediennutzung. Analysiert wird das aktuelle Mediennutzungsverhalten, vowiegend von in Deutschland lebenden Menschen.

 

Um den Einstieg in das Thema zu erleichtern, möchte ich gerne mit einem Video zur Mediennutzung der Madsack MediaLab starten. 

 (Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=57FxaAUOxZ4&feature=player_embedded)

 

Woher bekommt man die nötigen Daten?

Um die Mediennutzung analyisieren zu können benötigt man Länder- oder Reginspezifische Daten zur Mediennutzung der dort lebenden Personen. Die Datenerhebung wird zum Beispiel von öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten durchgeführt. 

Beispiele für solche Datenerhebungen sind:

Die Analysen sind aber auch von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig. Vor allem die Bevölkerungsentwicklung, die allgemeine Tendenz zur Individualisierung sowie der zugung und die Entwiclung der Verteilung von Arbeit und Arbeitszeit spielen eine wesentliche Rolle (vgl. Maria Gerhards/Walter Klingler 2007)
 
Die ARD/ZDF-Onlinestudie
Die Daten und Analysen meines Referates beziehen sich auf die aktuelle Onlinestudie der örrntlich rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF. Die jährlich durchgeführte Studie wurde erstmals 1997 durchgeführt und erscheint aktuell in der bereits fünzehnten Version. Durchgeführt wird eine Repräsentativerhebung unter Onlinennutzern im deutschprachigem Raum. Dabei stehen vor allem die Nutzung des Mediums, die Struktur der Anwender, die Einstellung der Nutzuer sowie die zukünftige Entwicklungen des jeweiligen Mediums im Zentrum der Betrachtung. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittliche Nutzungsdauer von Fernsehen, Radio und Internet von 2000 bis 2011 (Quelle: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/). 
Durchschnittliche Nutzungsdauer von Fernsehen, Radio und Internet 2000 bis 2011
Anhand der durchschnittlichen Nutzungsdauer der Medien Fernsehen, Radio und Internet lässt sich bereits ein Trend für die Zukunft erkennen. Während die Nutzungsdauer beim Radio zwar schwankend ist, bleibt sie über die Jahre hinweg konstant. Beim Fernsehen galt dies lange Zeit auch, dennoch verlor er im letzten Jahr doch beträchtlich an Nutzungsdauer. Das einzige Medium welches ständig an Nutzungsdauer gewinnt ist das Internet. Es lag 2011 bereits bei 80 Minuten pro Tag und wird meiner Meinung nach auch in Zukunft weiter ansteigen. 
Einen weiteren sehr interessanten Einblick in die Entwicklung der Nutzunsdauer zeigt die Aufteilung dieser nach Altersgruppen (Quelle: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/). 
Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer der Medien 2011 nach Altersgruppen (in Minuten)
Wie man anhand dieser Grafik sehen kann, ist das Internet bei den 14-19 jährigen sowie bei den 13-29 jährigen Personen bereits das meistgenutzte Medium. Lediglich die beiden letzten und ältesten Gruppen nutzen das Internet weniger oft und machen es ingesamt zum drittbeliebtesten medium hinter dem Fernsehen mit 229 Minuten und dem Radio mit 192 minuten pro Tag.
Dennoch ist das Internet das Medium der Zukunft. Bedenkt man, dass die jungen Bevölkerungsgruppen die Alten von Morgen sind, wird das Internet in Zukunft zu einem immer bedeutenderen Medium. Das Medium "Internet" spaltet sich auf viele unterschiedliche Dienste und Anwendungen auf. Welche die größte Rolle für die befragten Personen haben zeigt die folgende Grafik (Quelle: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/).
Genutzte Onlineanwendungen 2011 (min. einmal pro Woche, Angaben in %)
Interessant zu sehen ist, dass die genutzen Anwendungen und Dienste je nach Altersgruppe stark unterscheiden. Während das versenden von E-Mails sowie die Suche via Suchmaschienen noch bei allen Altersgruppen gleich viel Aufmerksamkeit erfährt, nutzen zum Beispiel die 14-29 jährigen Onlinecommunities, Instant Messaging und Onlinespiele signifikant mehr als die älteren Altersgruppen.
 
Zentrale Ergebnisse der Studie:
  • Fernsehinhalte online gefragt wie noch nie
  • 73,3% der Bevölkerung sind online (69,4% 2010)
  • Inhalte: 68% Bewegtbilder, 21% Live-Fernsehen
  • 43% der Deutschen sind bei einem sozialen Netzwerk
  • 20% mobile Nutzung (13% 2010)
  • 17% nutzen bereits Apps

Tendenzen und Mediennutzung der Zukunft:
  • Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung -> Zahl der Medienkonsumenten sinken
  • Bedeutung der Älteren als Mediennutzer wird steigen
  • Multimedial Generationen haben anderes Mediennutzungsverhalten
  • Basisausstattung in Haushalten bleibt gleich
  • Das Medien-Zeitbudget steigt
  • Parallelnutzung von Medien nimmt zu
  • Fernsehen und Speichermedien wie Video/DVD werden in den nächsten zehn Jahren weiteren Nutzungszuwachs verzeichnen
  • Insbesondere der emotionale Aspekt der Fernsehnutzung wird weiter an Bedeutung gewinnen
  • Servicetainment bleibt ein Trend
  • Zahl der Internetnutzer wird in zehn bis 15 Jahren die 70-Prozent-Marke überschreiten
  • Tageszeitungen werden bei leicht sinkenden Reichweiten ihren Kundenstamm knapp erhalten
  • Die Veränderungsprozesse werden die Konkurrenz der Medien untereinander um die Zuwendung der Rezipienten verschärfen
(Vgl. Gerhards & Klinger 2007)
 
In meiner Präsentation stelle ich neben den hier dargelegten Ergebnisse noch andere Tendenzen und Ausprägungen der ARD/ZDF-Onlinestudie dar und zeige ausserdem wie die Medien der Zukunft im Jahr 2017 nach der Werbeagentur "publisuisse" aussehen werden.

Quellen:
Gerhards & Klinger 2007: http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/06-2007_Gerhards.pdf
http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/
http://www.publisuisse.ch/mm/mm003/mdz_2017_d.pdf
http://www.media-perspektiven.de/uploads/tx_mppublications/06-2007_Gerhards.pdf
http://www.youtube.com/watch?v=57FxaAUOxZ4&feature=player_embedded