Nutzung mobiler Endgeräte in Unternehmen / Organisationen

marlene.siegl.uni-linz, 27. Oktober 2014, 21:25

Laut einer internationalen Studie von Gartner stellen bereits rund 90 Prozent aller Unternehmen ihren MitarbeiterInnen Smartphones zur Verfügung. (Q2)

Die Nutzung von mobilen Endgeräten stellt Unternehmer vor nicht unterschätzbare Herausforderungen. Nicht nur Notebooks werden vielerlei eingesetzt, sondern mittlerweile auch Tablets und Smartphones. Der Einsatz von sogenannten mobile Devices bringt für beide Seiten, Unternehmen und Mitarbeiterinnen, Vorteile und Nachteile.


Vorteile für MitarbeiterInnen:

- Komfortable Nutzung

- Möglichkeit, Daten von fast überall abzurufen

- Ständige Erreichbarkeit (kann aber auch ein Nachteil sein)

Nachteile für MitarbeiterInnen:

- Ständige Erreichbarkeit (kann aber auch ein Vorteil sein)

- Klare Trennung von Arbeit und Freizeit ist oft nicht mehr gegeben

- Durch beschleunigte Geschäftsprozesse stehen MitarbeiterInnen oft unter Stress (Q1)

 
Vorteile für Unternehmen:

- Zum Beispiel können MitarbeiterInnen im Bereitschaftsdienst Tätigkeiten von zuhause aus ausführen und sparen somit Wegzeiten (und Geld) und Probleme können rascher behoben werden. AußendienstmitarbeiterInnen nutzen oft Wartezeiten, um etwas für die Arbeit zu erledigen. (Q2)

Nachteile für Unternehmen:

- Hohes Sicherheitsrisiko

- Bei Diebstahl oder Verlust gehen Daten verloren oder sensible Daten geraten in die Hände Dritter (stellt IT Abteilungen vor große Herausforderungen) (Q1)

- MitarbeiterInnen sind für Vorgesetzte erreichbar


 
Bring your own device

Was muss beachtet werden, wenn Mitarbeiterinnen ihr privates Smartphone dienstlich nutzen?

In einigen Organisationen ist es gestattet, dass die Angestellten ihre eigenen mobilen Endgeräte verwenden (Bring your own device – BYOD).

 

BYOD birgt für Unternehmen ein enormes Sicherheitsrisiko und es werden auch einige rechtliche Fragen aufgeworfen. Diese werden in folgendem Video behandelt:
Joachim Dorschel: Bring your own device - die rechtliche Seite

Hier noch weitere Videos zum Thema BYOD:

Video II

Video III

 
BYOD:


Für Unternehmen birgt es einige Risiken, wenn ihre Mitarbeiterinnen ihre privaten Endgeräte für dienstliche Zwecke nutzen. Ein Grund dafür ist die Haftung – Unternehmen haften für die privaten Devices, zum Beispiel für den Datenschutz. Werden private Daten nicht ordentlich von geschäftlichen Daten getrennt, ist der Arbeitgeber, also der Unternehmer in seinen Zugriffsmöglichkeiten beschränkt. Private Daten, wie etwa Gesprächs- und Ortungsdaten oder Informationen über private E-Mail Konfigurationen, Auslandsaufenthalte (über Roaming Status) lassen sich auslesen

Es ist empfehlenswert, klare Regeln auszuarbeiten, wie mit BYOD im Unternehmen umgegangen wird. Weitere Risiken kann die mangelnde Kontrolle über unternehmensinterne Daten oder der unkontrollierbare Datenabfluss an Dritte sein. Schadsoftware könnte Unternehmensdaten gefährden. Der Arbeitgeber sollte festlegen können, welche Software auf dem mobilen Gerät installiert werden darf. Die Frage nach Lizenzen muss geklärt werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass (zum Beispiel bei Musik- oder Filmwerke) keine Urheberrechte verletzt werden.


Weiters sollte bereits im Vorfeld geklärt werden, ob Dritte die Geräte benutzen dürfen oder nicht. Weiters sollte geklärt werden, in welcher Art bzw. Höhe ArbeitnehmerInnen der Aufwand der dienstlichen Nutzung abgegolten wird.

Ein Vorteil für Arbeitgeber ist die Ersparnis der Anschaffungskosten, schließlich werden diese von den MitarbeiterInnen selbst bezahlt.

Die Finanzierung von ByoD-Smartphones oder die Bereitstellung beziehungsweise Bezahlung von Apps, die ArbeitnehmerInnen oft auch privat nutzen, können steuerrechtliche Auswirkungen haben, da sich für die ArbeitnehmerInnen ein geldwerter Vorteil ergeben kann. Auch arbeitsrechtliche Faktoren sind zu beachten – beispielsweise dürfen durch das Verschmelzen von Privatleben und Dienstzeit die gesetzlichen Arbeitszeitvorgaben nicht missachtet werden. (Q5)

 
 

Exkurs: Mobile Endgeräte können lebensrettend sein

Die Nutzung mobiler Endgeräte in Organisationen ist ein sehr breitgefächertes Thema. Wenn wir von Unternehmen wegdenken, hin zu Organisationen, oder speziell hin zu Blaulichtorganisationen, kann das Thema von ganz anderer Seite beleuchtet werden. Moderne Technologien können auch lebensrettend sein. Das Leondinger Unternehmen Rosenbauer, hat beispielsweise ein Telematiksystem entwickelt, dass für Blaulichtorganisationen eine vielfältige Unterstützung bietet, zum Beispiel in Hinblick auf die Orientierung im Einsatzfall. Das System „Emerec“ hinterlegt vorhandene Geodaten auf einen Server und verbindet diese mit Kartenmaterial von Open Street Maps und Doris Österreich. Mittels Tablet sind diese Navigationsdaten abrufbar. Zudem können punktgenaue Daten über Eingänge, Brandschutzpläne, Orientierungspläne hinterlegt werden. Durch diese Daten kann Mitglieder und MitarbeiterInnen von Blaulichtorganisationen die Orientierung vor Ort erleichtert werden, außerdem kann eine Kommunikation zwischen Stab und Einsatzkräfte und eine unkomplizierte Übertragung von Einsatzdaten zwischen den Endgeräten und der zentralen Einsatzadministration erfolgen.  Die Einführung des Systems bringt große Vorteile in Bezug auf eine rasche Auffindung und die Erreichbarkeit von Einsatzorten sowie die Orientierung für die Einsatzkräfte vor Ort.  Eine der ersten österreichischen Gemeinden, die dieses System eingeführt hat, ist die Stadtgemeinde Leonding. Seit Oktober wird den Freiwilligen Feuerwehren Leonding, Rufling und Hart und dem Roten Kreuz das Telematiksystem „Emerec“ zur Verfügung gestellt. (Q3 und Q4)

Hier noch weitere Information zu "Emerec".

 

Quellen:
Q1: Murth, C. (2012): Sichere Integration mobiler Geräte im Unternehmen, Url: http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/is/bachelorarbeiten/2012/sichere-integration-mobiler-geraete-im-unternehmen, letzter Zugriff: 26.10.2014


Q2: Stoll, M. (2012): Private und mobile Geräte im Unternehmen: Fluch oder Segen?
http://derstandard.at/1348283890090/Private-und-mobile-Geraete-im-Unternehmen-Fluch-oder-Segen, letzter Zugriff: 26.10.2014
 

Q3: Stadtgemeinde Leonding, Gemeindebrief Folge 334 (2014) Neues Telematiksystem für Katastrophenschutz und Einsatzorganisationen beschlossen, S. 4.

Q4: Rosenbauer International (2014): Mobiles Innovationsmanagement für Einsatzkräfte, Url: http://www.rosenbauer.com/de/world/produkte/einsatzmanagement.html?tx_rosenbauersprachmenu_pi2[country]=303&tx_rosenbauersprachmenu_pi2[action]=showCountry&tx_rosenbauersprachmenu_pi2[controller]=Land&cHash=0f4aa293807cef0ede1c4f3300604b8e, letzter Zugriff: 27.10.2014

Q5: PWC (2014): Worauf Unternehmen achten müssen, wenn Mitarbeiter ihr Smartphone dienstlich nutzen, Url: http://www.pwc.de/de/human-resources/smartphones-worauf-unternehmen-achten-muessen.jhtml, letzter Zugriff: 27.10.2014

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