"Die Jugend heutzutage"

Immer wieder hört man, speziell von betagteren Menschen bzw. in der Presse, Aussagen wie „Die Jugend heutzutage!“, „Das hätte uns zu unserer Jugendzeit nicht gegeben…“ oder „Generation Weichei“. In diesem Blogbeitrag möchte ich mich nun diesen Aussagen widmen und untersuchen, was die sogenannte Generation Y ausmacht. Welche Werte und Einstellungen vertreten Jugendliche heute, welche Körpersprache und –gestaltung pflegen sie und welche Sprache sprechen sie?

Eines kann allerdings bereits vorweg gesagt werden: Die Klage, die heutige Jugend sei schlimmer als die jeweilige Elterngeneration, existiert nicht erst seit kurzem, sondern führt bereits seit Jahrhunderten zu Diskussionen. [1] Auch Sokrates soll angeblich bereits etwa 400 v. Chr. über die damalige Jugend geklagt haben:

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."[2]

Jugendkultur

Unter Jugendkultur versteht man laut Wikipedia „die kulturellen Aktivitäten und Stile von Jugendlichen innerhalb einer gemeinsamen Kulturszene bezeichnet“. [3] Es handelt sich dabei um eine sogenannte „Subkultur innerhalb einer bestehenden Kultur der Erwachsenen, da diese den Heranwachsenden keine sie befriedigenden Ausdrucksmöglichkeiten für ihr als neu empfundenes Lebensgefühl anbietet.“ [4] Diese Subkulturen werden bereits seit vielen Generationen beobachtet. Man denke an die Zeit der Hippies in den 60er Jahren. Gegenwärtige Jugendkulturen sind beispielsweise [5][6]:

  • Computer-Nerds
  • HipHopper
  • Fitness-Freaks
  • Techno-Fans
  • Rock-Fans
  • Snow-/Skateboader
  • Fußballer
  • Metal-Fans, Gothics, Punks
  • Skinheads
  • ...

[7]

 

Körpergestaltung und –sprache:

Die Zeit der Jugend ist für die meisten ein Selbstfindungsprozess, wobei die gesellschaftliche Zugehörigkeit und die eigene Identität geklärt werden soll. In dieser Phase ist es demnach wenig verwunderlich, dass so manch Jugendlicher etwas aus dem gesellschaftlichen Rahmen fällt. Tattoos, Piercings, extravagante Haarpracht,… all das sind ein Ausdruck hierfür. Etwa 29 Prozent der österreichischen Jugendlichen (zw. 16 und 29 Jahren) sind tätowiert, wobei diese als Motiv meist die Möglichkeit nennen, die eigene Persönlichkeit auszudrücken. [8]

Egal ob Metal-, HipHop- ,Techno- oder Rock-Fans, Fitness-Freaks oder Boader - Musik und Mode sind zentrale Identifikationsfaktoren beinahe aller heutigen Jugendkulturen. Zwar unterscheiden sie sich dabei kaum von anderen Generationen, jedoch läuft bei Jugendlichen der Prozess der „visuellen Präsentation“ bewusster ab und soll sowohl Individualität als auch Zugehörigkeit zu ihrer Szene vermitteln. Wie die Körpersprache und –gestaltung tatsächlich aussieht, unterscheidet sich von Szene zu Szene sehr stark. [9] Im Folgenden möchte ich drei dieser Szenen und deren Auftreten näher betrachten [10]:

-          HipHop-Szene

Das Auftreten von Mitgliedern der HipHop-Szene, die HipHopper, in Bezug auf Kleidung lässt sich kurz beschreiben: Street-Style. Dazu gehören weite, tief in den Schritt hängende Hosen, weite T-Shirts, Caps, Sneakers, und für die kalte Jahreszeit, dicke Daunenjacken. Die HipHop-Szene setzt sich streng genommen aus den Begriffen Rap, Breakdance und Graffiti zusammen. HipHopper haben auch ihren eigenen Sprachjargon entwickelt, welcher häufig englische Wörter wie „down“, „flow“, „real“, „battle“,… beinhalten.

-          Skinhead-Szene

Das klassische Merkmal von Anhängern dieser Szene sind Glatzen, Gewalt und Rechtsextremismus. Der Kleidungsstil erinnert ebenfalls an die Nazi-Zeit mit Stahlkappen-Boots, Hosenträger, weiße T-Shirts, karierte Hemden oder ähnliches. Skinheads rivalisieren sich meist mit anderen Jugendkulturen wie bspw. HipHopper, Punks oder Fußballgangs. Ihr Dasein ist geprägt von Gewalt und Intoleranz. Wörter wie „schwul“ werden als Synonym für „schlecht“ verwendet.

-          Gothics-Szene

Mitglieder dieser Szene werden in der Öffentlich häufig auch als „Grufties“ bezeichnet. Sie zeichnen sich durch ihren meist ausschließlich schwarzen Kleidungsstil aus. Ihr Wesen ist in der Regel eher still und introvertiert, ihr Lebensgefühl düster-melancholisch. Die meisten Gothics steigen mit Mitte zwanzig wieder aus der Szene aus.

 

Werte/Einstellung:

Werte und Einstellungen unterscheiden sich ebenfalls je nach Szene sehr stark. In der angeführten Studie wurden allerdings die Werte von Jugendlichen im Allgemeinen untersucht. Die Studie aus Deutschland vom vergangenen Jahr hat insgesamt 3068 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren gefragt, was für sie im Leben wichtig ist. Das Ergebnis ist dabei wenig verwunderlich und unterscheidet sich wohl kaum von den Werten Erwachsener. Folgende Werte sind demnach für die befragten Jugendlichen von höchstem Stellenwert: [11]

  • Zwischenmenschliche Beziehungen (Freunde, Familie, glückliche Partnerschaft)
  • Gesundheit
  • Sicherheit (Beruf, der Spaß macht und Erfüllung bringt; sicherer Arbeitsplatz)

 [12]



 





Interessanter Beitrag...

... jedoch denke ich, dass die heutige Jugend nur mehr vereinzelt durch eigene Stile kategorisierbar ist. Vielmehr denke ich, dass heute die Selbstdarstellung auf Sozialen Medien und dadurch die Einzigartigkeit des Einzelnen im Vordergrund steht. In meinem Artikel habe ich beschrieben, warum sich dies im Vergleich zu früher verändert haben könnte.

https://collabor.idv.edu/WebWiGanglberger/stories/48980/ 


jessica.hettich.uni-linz am 04.Jun 14  |  Permalink
Feedback

Deinen Beitrag finde ich sehr interessant. Besonders die Szenenlandschaft zeigt deutlich den Fitnesstrend, den ich auch in meiner Ausarbeitung aufgreife. Spannend finde ich auch, dass den Jugendlichen noch immer gute Freunde am wichtigsten sind. Besonders in unserer digitalen Zeit, in der es immer mehr um Individuuen geht anstatt um die Gruppe können sich diese Werte verändern.


julia.ferrari.uni-linz am 05.Jun 14  |  Permalink
Studie weist Ähnlichkeiten auf

Ich habe bei meinem Statement die Schwerpunkte ähnlich gesetzt und bin auf eine interessante Studie des Instituts für Jugendkulturforschung (Österreich) gestoßen, welche im Jahr 2011 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse decken sich jedoch mit der in Deutschland durchgeführten Studie, auf die du dich beziehst. Interessant, dass die Klischees über das Desinteresse und die angezweifelten Werte Jugendlicher auch länderübergreifend nicht bestätigt werden kann.

Hier gehts zu meinem Statement.