Geschäftsmodelle mit E-Books

susanne.groiss.uni-linz, 1. Juni 2016, 13:57

Im Rahmen der zunehmenden Beliebtheit und wachsenden Absatz- und Umsatzzahlen entstanden auch neue Geschäftsmodelle. Es entstand ein neuer Markt für digitale Bücher. E-Books können online gegen Entgelt oder kostenlos erworben werden. Mittlerweile bieten der Großteil der Buchhandlungen, wie bspw. Thalia aber auch Amazon E-Books an. Als Verkäufer treten auch Privatpersonen und nicht-kommerzielle Anbieter auf, sogenannte Self-Publisher.

Laut einer Umfrage von bitkom sind die mit Abstand wichtigsten Bezugsquellen für E-Books mit 70 Prozent Online-Buchshops wie Amazon, buch.de, ebook.de oder Thalia.de. Der Großteil der Befragten kauft Bücher in den vorinstallierten Shops der Lesegeräte, wie bspw. dem Kindle Store, dem Tolino-Shop oder dem iBook Store. Ein weiterer Teil bezieht E-Books direkt bei den Autoren und 7 Prozent auf den Webseiten der Verlage (Vgl. Q2).

Aber neben dem Kauf oder Verkauf einzelner E-Books etablieren sich auch alternative Nutzungsmodelle. Bereits die Hälfte der befragten Leser machen auch von den neuen alternativen E-Book-Angeboten Gebrauch. Fast 32 Prozent der Befragten leihen sich E-Books über öffentliche Bibliotheken aus.

Aber auch das Ausleihen bei kommerziellen Anbietern (E-Book Flatrate Anbietern) wie Skoobe oder Kindle Unlimited wächst. Hier zahlt der Kunde eine monatliche Pauschale und hat dann Zugriff auf den gesamten Online-E-Book Katalog.

Ein Viertel der Befragten liest frei zur Verfügung gestellte E-Books. Dabei handelt es sich meist um Bücher-Klassiker, bei denen das Urheberrecht nicht mehr gültig ist und der Schutz des Urhebers erlöschen ist. Aber auch werbefinanzierte Dienste stellen bereits kostenlose E-Books zur Verfügung.

Ein weiterer kleine Teil der Befragten zahlt pro Seite eines E-Books. Hierbei handelt es sich oft um wissenschaftliche Publikationen (Vgl. Q2).

 

E-Book-Stores

Grundsätzlich gilt im Inland das Buchpreisbindungsgesetz auch für eBooks, daher sollte es zwischen den unterschiedlichen E-Book-Anbietern wie Amazon.de, Bücher.de, E-Book.de, Thalia.de und Weltbild.de keine Preisunterschiede geben. Das Buchsortiment ist bei allen Shops nahezu deckungsgleich, lediglich beim Service und der Website gibt es Unterschiede, hier sind Amazon und Ebook.de weit vorne. Für den Kauf von englischsprachigen E-Books ist Amazon besser geeignet (Vgl. Q5). 

 

 
Google eBooks vs. Apple iBook

 

Google

      Google E-Books
https://play.google.com/store/books

 

      seit 2012 kann man E-Books über den Google Play Store erwerben

      Zusammenarbeit mit großen Verlagen (Goldmann, Heyne, C.H. Beck, Springer Science+Business Media, Münchner Verlagsgruppe)

      Google E-Books können auf unterschiedlichen Plattformen erworben gelesen werden (Android-Tablets, Smartphones, aber auch für Apple Geräte wir iPad oder das iPhone gibt es eine eigene Books-App.

      Unterstützte E-Book Formate ePub und Pdf

      Digitale Bücher können auf E-Readern von Sony, Kobo, iRiver und Aluratek übertragen werden

      Google eBookstore für Self-Publisher las Google Books Partner

 

Apple

      iBooks
http://www.apple.com/at/ibooks/

      iBooks eignet sich zum Laden und Lesen von Büchern.

      iBooks Store zum Kauf und Herunterladen von E-Books – vom neuesten Bestseller bis hin zu beliebten Klassikern, Lehrbücher, Hörbücher, mehrere Sprachen.

      iBooks App für iPhone, iPad, kostenlos aus dem AppStore

      für das MacBook ab Betriebssystem OS X Mavericks integriert

      Unterstützte Dateiformate: ePub, Pdf-Dateien, MP3-Hörbücher, etc.

      iBooks Author für Self-Publisher (siehe Kapitel Self-Publishing)

 

Alternative Nutzungsmodelle: E-Book Flatrates und Leihangebote

Neben dem Verkauf einzelner E-Books gewinnen neue Nutzungsmodelle wie Flatrates, die Leihe oder werbefinanzierte Formate an Bedeutung (Vgl. Q2)

 

Digitale Bibliotheken

      AK-Bibliothek
https://www.arbeiterkammer.at/service/digitalebibliothek/index.html

Die Arbeiterkammer Österreich stellt in einer eigenen Online-Bücherei kostenlose E-Books zur Verfügung. Das Sortiment der digitalen Bibliothek umfasst rund 20.000 Werke, mit aktuellen Bestsellern, Ratgebern und Fachliteratur zu fast allen Themen.

      Die Digitale Bibliothek der Arbeiterkammer ist eines der derzeit größten Angebote an E-Books in Österreich.

      Lesen am Desktop, eBookReader,  iPhone, iPad und Android möglich (kostenlose Software zum Download)

      eine einmalige Registrierung ist notwendig

      Ausleihe von Büchern für die Dauer von zwei Wochen, Magazine für 48 Stunden

 

 

E-Book Flatrates

E-Book Flatrates gibt es noch nicht lange, denn die teils sehr unbefriedigenden Ausschüttungen der Musik-Streaming-Dienste stellten für viele Verlage ein mahnendes Beispiel dar. Die Verlage haben ihre Lizenzpolitik in dieser Hinsicht spürbar gelockert, dabei wurden neue E-Book Flatrate-Plattformen ins Leben gerufen. Bei E-Book Flatrates zahlt der Kunde eine monatliche Pauschale und hat dann Zugriff auf den gesamten Online-E-Book Katalog (Vgl. Q4, Q3):

 

      Skoobe
https://www.skoobe.de

      Einer der Pioniere im E-Book-Flatrate-Bereich

      Ein Gemeinschftsunternehmen der beiden führenden deutschen Verlagsgruppen Holtzbrinck (Rowohlt, Knaur, S. Fischer und andere) und Bertelsmann/Random (Heyne, Goldmann, Blanvalet und andere)

      wurde 2012 gegründet.

      Sortiment aus 130.000 E-Books

      Für Tablets und Smarphones optimiertes Lese-app

      Skoobe kostet 9,99 Euro bis 19,99 Euro monatlich (Traife abhängig von der Anzahl der maximal nutzbaren Geräte (2-3) sowie von der erlaubten Offline-Zeit (24 Stunden bis 30 Tage).

      Schnupper-Angebot (das erste Monat zum halben Preis)

 

      Onleihe
http://www.onleihe.net

      ist eine der führenden digitalen Ausleihplattform für Bibliotheken in Deutschland aber auch in Österreich und der Schweiz - über 2.600 Bibliotheken mit über 150.000 Titel.

      Nutzer können bei der Onleihe über ein Internetportal ihrer Bibliothek ganz legal eBooks, eAudios, eVideos, ePapers, eMagazines und eMusic ausleihen – mobil und rund um die Uhr.

      Bibliotheken können ihre Ausleihzahl steigern und neue Kunden gewinnen

      Mit speziellen Lizenzen können Medien an mehrere Kunden gleichzeitig geliehen werden (“Bedingt durch das Lizenzmodell sind attraktive Titel häufig nur mit Wartezeit zu bekommen. Titel bestimmter Verlage (Knaur, Rowohlt, …) fehlen völlig, weil die Verlage im Streit mit den öffentlichen Bibliotheken liegen” (Q4).

      Mitgliedschaft pro Jahr zwischen 10 und 35 Euro

      E-Books sind bei der Onleihe für 14 Tage entlehnbar und

      Zur mobilen Nutzung wurden kostenlose Apps für Apple- und Android-Systeme entwickelt.

      kompatibel für Tablets, Smartphones und E-Book Readern

      Kindle Unlimited von Amazon
http://www.amazon.de/gp/feature.html?docId=1002872331

      Amazon bietet eine unbegrenzte Ausleihe von Titel,

      mehr als eine Million E-Books (davon 70.000 deutsche Titel)

      Viele Self-Publisher Titel, eher wenige Romane namhafter Autoren und Verlage verfügbar

      ist im ersten Monat kostenlos, danach bezahlt man für die E-Book-Flatrate 9,95 Euro monatlich

      nur für Kindle-Lesegeräte und Lese-Apps (für alle Smartphone und Tablet-Betriebssysteme)

 

Werbefinanzierte Flatrate-Formate

      Readfy

https://www.readfy.com/de/

      Freemium-Modell, ist komplett kostenlos, allerdings müssen Nutzer dafür Werbung innerhalb der E-Books in Kauf nehmen

      nur online Lesen möglich, da Werbeanzeigen nur online geschalten werden, gegen Gebühr auf offline möglich

      aufgrund der Werbung hohes Datenvolumen erforderlich

      für Android und iOS-Geräte

      Sortiment von knapp 40.000 E-Books (leider keine aktuellen Bestseller)

      das Start-Up befindet sich allerdings noch am Anfang, ab 2016 soll zusätzlich zum kostenlosen Modell auch ein Premium-Tarif ab 4,99 Euro pro Monat folgen, wie das auch bei Spotify der Fall ist.

 

Wachstumsmarkt Self-Publishing

Kaum ein Bereich der Buchbranche hat in den letzten Jahren so stark an Aufmerksamkeit gewonnen wie der Sektor Self-Publishing. Immer mehr sogenannate “Indie-Publisher” oder “Hobbyautoren” nutzen die Möglichkeit, digitale Texte und E-Books im Internet selbst zu veröffentlichen. 

 

Quellen

Q1 – Goderbauer-Marchner, G., Glasauer, B. (2014) Einleitung: Wissenschaftlich-technische Definition von E-Publishing, in: Büsching, Goderbauer-Marchner, E-Publishing-Management, Springer Fachmedien: Wiesbaden, URL: http://link-1springer-1com-1springerlink2.han.ubl.jku.at/book/10.1007/978-3-658-04110-6, download am 27.4.2016

Q2 - Bitkom.org (2015), Jeder Vierte liest digitale Bücher, URL: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jeder-Vierte-liest-digitale-Buecher.html, download am 27.05.2016

Q3 - Onleihe.net, URL: http://www.onleihe.net/fuer-bibliotheken.htmlzuletzt geöffnet am 30.05.2016

Q4 - Lesen.net, URL: http://www.lesen.net/ebook-flatrate-vergleich/zuletzt geöffnet am 30.05.2016

Q5 - Connect.de, EBook Stores Test Vergleich, URL: http://www.connect.de/vergleich/ebook-stores-test-vergleich-amazon-thalia-buecher-de-weltbild-2785859.html, zuletzt geöffnet am 29.5.2016

1 comment :: Kommentieren

Digitale Bibliothek OÖ

gertrude.dienstl-ottensamer.uni-linz, 1. Juni 2016, 18:15

Media2go ist auch eine gute Möglichkeit elektronische Medien zu entlehnen

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