Lernen mit Digitalen "Schulbüchern"

susanne.groiss.uni-linz, 1. September 2016, 06:30


Einbindung in den Unterreicht

Die positiven Effekte eines digitalisierten Unterrichts werden bereits anerkannt. Eine entscheidende Voraussetzung für das digitale „Schulbuch“ als Unterrichtsmittel ist jedenfalls die Infrastruktur. Die Verfügbarkeit von Devices für einen innovativen digitalen Unterricht ist eine wesentliche Grundvoraussetzung, ergänzt um adäquate Internetverbindung in den Bildungseinrichtungen wie auch zu Hause (Vgl. Q1).

Interaktives digitales Lernen findet in unterschiedlichen Formen Eingang, von Kindergärten über Schulen, bis hin zu Universitäten, Erwachsenenbildungseinrichtungen und innerbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen. Die Bandbreite ist groß: sie reicht von computerbasierten Lernformen über Spiele, Simulationen bis hin zu Videokonferenzen (Vgl. Q1).

Der deutschprachige Raum hat im internationalen Vergleich noch großen Handlungsbedarf, um von den Vorteilen der Digitalisierung auch in größtmöglichem Umfang profitieren zu können. Erhebungen der EU-Kommission zufolge liegt Österreich bei digitalen Kompetenzen nur im Mittelfeld, während Länder wie Dänemark, Schweden und die Niederlande hier an der Spitze stehen (Vgl. Q1).

Digitale Medien werden bislang nur selten im Unterricht genutzt.

Schulen verfügen über eine digitale Grundausstattung.

 

Laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zum digitalen Lernen, sehen Lehrer und Schüler einen Verbesserungsbedarf bei der Ausstattung an Bildungseinrichtungen. Zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, dass die technischen Voraussetzungen verbessert werden müssen. Zusätzlich wünscht dich der Großteil der befragten Schülerinnen und Schüler mehr Verwendung von digitalen Medien, da diese den Unterricht interessanter gestalten und zu einem bessern Verständnis der Lerninhalte beiträgt. Auch Lehrerinnen und Lerhrer sind der Meinung, dass Schülerinnen und Schüler mit dem Einsatz digitaler Medien motivierter seien (Vgl. Q2).

 

Umfrage: Welche der folgenden Medien nutzen StudentInnen zum Lernen?

 

Digitale Medien werden bereits zum Lernen in der Freizeit genutzt

Schüler lernen bereits in ihrer Freizeit mit digitalen Medien. Beliebt sind Lernvidoes, Online-Kurse und Lernspiele, aber auch Soziale Netzwerke für den Austausch untereinander.

 

 

Die Schule in Österreich soll digital werden

Laut Bundeministerin sollen bis 2017 erstmals digitale Schulbücher in Schulen angeboten werden. Bundesministerin Karmasin ist optimistisch. "Das ist ein großer Schritt in Richtung digitales Zeitalter im  Bildundgssystem" (Q5).

Aktuelles Bildungsprojekt: Samsung Smart School

"Smart School" ist eine Initiative von Samsung zur Förderung der digitalen Bildung. Das Projekt wurde 2013 in Kooperation mit dem Bildungsministerium und der Online Plattform futurezone.at ins Leben gerufen. Mittlerweile wird dieses Projekt in 18 Schulklassen in ganz Österreich umgesetzt. Die Schulklassen wurden mit E-Board (Digitale Tafeln) und Tablet-Computern zur Einbindung in den Unterreicht ausgestattet (Vgl. Q6).

"Kinder durch digitale Bildung in Österreich zu fördern ist unser Ziel - Smart School unsere Lösung" (Q7)

 

 

E-Books in der Ausbildung?

Gemäß einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom werden sich Digitale Bücher (E-Books) zu einem bedeutenden Bildungsmedium entwickeln. Bereits 38 Prozent der Befragten nutzen bereits digitale Bücher für Schule / Studium und für die berufliche Aus- und Weiterbildung (Vgl. Q3).

„Gerade im Bildungsbereich spielen E-Books ihre Vorteile aus“, betonte Timm Lutter, Bitkom Experte für digitale Medien. „E-Books sind überall verfügbar, können durch zusätzliche Informationen angereichert werden und sind auf unterschiedlichen Geräten lesbar.“. So enthalten viele E-Books Erklärungen zu Fachbegriffen oder weiterführende Links zu Webseiten mit Grafiken oder Videos. Die Leser können in E-Books Passagen markieren und Zusammenfassungen des Lernstoffes erstellen. Viele Anbieter von Lehrbüchern bieten den Lesern zudem interaktive Tools oder Wissenstests an, um den Lernerfolg zu überprüfen (Q3).

 

Beispiel Interaktives Kursbuch

 

Quelle: Hueber Verlag (2013)

 

Haben E-Books das Potential als Lerninstrument zu fungieren:

Schüler und Studierende sind der Meinung, dass einer der Vorteile von E-Books darin liegt, dass diese online verfügbar sind. Speziell für Schüler und Studierende, die viel mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sind, finden es gut nicht die schweren gedruckte Lehrbücher immer mitnehmen zu müssen. Mit E-Books haben Schüler und Studierende auch die Möglichkeit überall und jederzeit zu lernen. Mit der Verwendung von E-Books und dem Download wissenschaftlicher Artikel in der digitalen Universitätsibliothek können StudentInnen fast gänzlich papierlos lernen (Vgl. Q4).

Gemäß einer Untersuchung der University of Washington sind viele Schüler und Studierende der Meinung, dass E-Books auch Nachteile beim Lernen mit sich bringen können. Es besteht die Gefahr der Ablenkung, wenn auf dem Smartphone oder dem Notebook gelernt wird. Viele der Digitalen Texte sind auch oft in einer schlechteren Verfassung als das gedruckte Exemplar. Ein Teil der befragten Schüler und Studierende prägen sich Inhalte durch das Merken einer bestimmten Stelle in einem Buch ein - das funktioniert für viele bei einem gedruckten Buch besser. Trotz der Möglichkeiten des Setzens von Markierungen auch bei E-Books geht das Unterstreichen und Notizen machen bei gedruckten Papier oft leichter von der Hand (Vgl. Q9). 

 

Barrieren und Herausforderung für das Lernen mit E-Books

  • Kulturelle Unterschiede
  • Unterschiedliche Lernertypen
  • Negative Einstellung der Lehrenden
  • Verhalten der Studenten
  • Technische Ressourcen
  • Erforderliche Standardisierung in Bibliotheken und Bildungseinrichtungen
  • Bibliotheken stehen teilweise vor der Herausforderung elektronische Versionen von Büchern zu erhalten

Technologische Voraussetzungen für das Lernen mit E-Books

  • Intuitive Navigation
  • Interaktive Featuress – Videos, Animationen etc.,
  • Suchfunktionen innerhalb des Buches
  • Textmarkierungen, Notizen
  • Kostenloses Update des Content
  • Verfügbarkeit auf Mobilen Devices

 

 

Potenzial digitaler Medien in Lernprozessen

Zusammenfassend werden digitalen Medien als geeignete Lernutensilien in Lernprozessen gesehen. Digitale Medien ermöglichen es den NutzerInnen mehr selbstorganisiert zu lernen. Inhalte werden in digitalen Medien nicht nur breitgestellt, sondern können von den AnwenderInnen auch selbst gestaltet. Digitale Medien unterstützen demnach das praktische Handlungs- und Interaktionswissen (Vgl. Q8).

 

Autorin: Susanne Groiss

 

Quellen:

Q1: Wendler, L. (2015), Digitales Schulbuch: Die Schule der Zukunft schon heute erleben.
URL: https://news.microsoft.com/de-at/digitales-schulbuch-die-schule-der-zukunft-schon-heute-erleben/#sm.000lwdp788v4fn311l92o210si5vt , zuletzt aufgerufen am 30.06.2016

Q2: Bitkom.org, Digitale Schule-vernetztes Lernen.
URL: https://www.bitkom.org/Publikationen/2015/Studien/Digitale-SchulevernetztesLernen/BITKOM-Studie-Digitale-Schule-2015.pdf , zuletzt aufgerufen am 30.06.2016

Q3: Bitkom.org, E-Books sind wichtiges Bildungsmedieum,
URL: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/E-Books-sind-wichtiges-Bildungsmedium.html , zuletzt aufgerufen am 30.06.2016

Q4: Woodward, H. (2014), Ebooks in Education: Realising the Vision, Ubiquity Press, London.

Q5: Bundesministerium für Familien und Jugend, 

URL: https://www.bmfj.gv.at/ministerin/Aktuelles/Themen/Digitale-Zukunft-Schule.html , zuletzt aufgerufen am 30.06.2016

Q6: Futurezone.at,
URL: http://futurezone.at/digital-life/digitalisierung-ansprueche-an-lehrer-haben-sich-geaendert/167.821.795 , zuletzt aufgerufen am 30.06.206

Q7: Samsung.com,
URL: http://www.samsung.com/at/microsite/digitale-bildung/smart-school.html , zuletzt aufgerufen am 30.06.2016

Q8: Gruber-Rotheneder, B. (2011), Lernen mit digitalen Medien,
URL: http://www.oieb.at/upload/4570_Handbuch_Digitale_Medien.pdf , download am 30.04.2016

Q9: WashingtonPost.com, Why Digital Natives Prefer Reading in Print,
URL: https://www.washingtonpost.com/local/why-digital-natives-prefer-reading-in-print-yes-you-read-that-right/2015/02/22/8596ca86-b871-11e4-9423-f3d0a1ec335c_story.html

 

 

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