Aufgabe 2: Datenbanken

Ich glaube vielen von uns, die das Internet im alltäglichen Leben nutzen, ist überhaupt nicht bewusst, wo und wie oft wir eigentlich unsere Daten preisgeben. Wurden wir als Kinder noch von unseren Eltern gewarnt, nicht mit fremden Personen mitzugehen oder wenn uns jemand, den wir nicht kennen nach Adresse oder Telefonnummer fragt, einfach wegzulaufen, sieht das Ganze heute schon etwas anders aus: Jugendliche, ja oft sogar Kinder nutzen das Internet und die vielen Möglichkeiten, die sich dadurch bieten. Soziale Netzwerke, wie Facebook, sind für diese Generation kein Fremdwort, jeder von ihnen ? egal ob alt genug oder eigentlich noch zu jung ? besitzt ein eigenes Facebook-Profil. Soweit so gut, würde dieses dann auch gewissenhaft genutzt werden. Da dies in dem Alter oft aber noch nicht der Fall ist und auch die Eltern sich anscheinend nicht sonderlich darum kümmern, findet man immer wieder sehr persönliche Daten von minderjährigen Personen ? wie Telefonnummer, Adresse oder aber auch sehr private und persönliche Fotos ? öffentlich, für jeden zugänglich auf diesen Websiten.
Uns, als Webwissenschaften-Studenten ist nun klar, dass jeder, der das möchte auf diese Daten zugreifen kann, so viel steht fest. Aber ist einem 11-jährigen Mädchen auch klar, das ihre Adresse auf Facebook stellt, dass diese nicht nur von ihren Schulfreundinnen, sondern auch von potentiellen Verbrechern gesehen werden kann?! Oder ist sich der 16-jährige Junge bewusst, dass die Fotos vom letzten Wochenende, auf denen er sturzbetrunken zu sehen ist, nicht nur seine Freunde, sondern auch zukünftige Vorgesetzte mit nur wenigen Mausklicks ansehen können?! Ich denke nicht.
Das ?Problem?, was hier dahinter steckt, ist auch nicht nur die Tatsache, dass diese Daten und Fotos jedem zugänglich sind, sondern dass sie auch nicht mehr wirklich gelöscht werden können. Hinter all dem stecken nämlich riesengroße Datenbanken, die wir uns in dem Ausmaß wahrscheinlich nicht einmal vorstellen können, die jedes veröffentlichte Detail aufnehmen und für immer speichern.
Aber nicht nur persönliche Daten werden gespeichert, sondern alles Mögliche rund um unsere Bewegungen im Internet. Der Ausdruck des gläsernen Menschen, die andeutet, dass der Mensch heutzutage quasi komplett durchleuchtet werden kann, hat sich daher als Metapher etabliert.
Auf http://sicherheitskultur.at/Glaeserner_Mensch.htm kann man sehr schön nachlesen, was eigentlich über uns gespeichert wird und wozu.

Ein weiterer Punkt, der das Thema Datenbanken betrifft ist meiner Meinung nach auch die Vorratsdatenspeicherung.
Darunter versteht man im Allgemeinen die Speicherung von personenbezogenen Daten für den Fall, dass sie irgendwann (nicht unbedingt momentan) benötigt werden. Die Diskussion um diese umstrittene Speicherung von persönlichen Daten betrifft vor allem die Speicherung von Telekommunikations-Daten, also etwa Telefongespräche oder Nachrichten. Eingerichtet wurde diese Vorratsdatenspeicherung zur Terrorismus-Bekämpfung, da in diesem Bereich die elektronische Kommunikation in der letzten Zeit zugenommen haben soll. (1)
Dass diese Daten aber oft nicht nur bei einem konkreten Verdacht verwendet werden, sondern sie immer wieder zu anderen Zwecken missbraucht werden, zeigen eine Menge Skandale aus den letzten Wochen und Monaten:
1) http://bit.ly/1hQsJ2a
2) http://bit.ly/18UfAop
3) http://bit.ly/1k14brV
4) http://bit.ly/1h9HhfX

Wenn man sich näher mit diesem Thema beschäftigt und darüber nachdenkt, stellt sich für mich eigentlich die Frage ?Gibt es Datenschutz im Internet überhaupt noch?

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdatenspeicherung